Worum es geht

Mit einem dynamischen Stromtarif kostet Strom nicht immer gleich viel. Der Preis folgt der Strombörse und ändert sich mehrmals am Tag – nachts und bei viel Wind oder Sonne ist er oft günstig, am Abend meist teuer. Preis-Optimiertes Laden nutzt das aus: Die Funktion entscheidet automatisch, wann dein Batteriespeicher lädt, entlädt oder einfach pausiert, damit du möglichst viel Strom aus den günstigen Stunden beziehst. Nebeneffekt: Günstige Stunden sind meist auch die mit viel Wind- und Solarstrom im Netz – also die saubersten.

Voraussetzung ist ein dynamischer Stromtarif, in Deutschland also auch ein Smart Meter.

So funktioniert es

  • 1. Prognose: Die Steuerung schätzt für die kommenden Stunden, wie viel Strom dein Haushalt verbrauchen und deine Solaranlage erzeugen wird. Dafür nutzt sie deine bisherigen Verbrauchsdaten, die Wettervorhersage und die typischen Gewohnheiten in deinem Haushalt.

  • 2. Planung: Alle fünf Minuten berechnet sie daraus einen neuen Fahrplan für den Speicher. Dabei fließen ein: die aktuellen Börsenpreise inklusive aller Abgaben und Netzentgelte, deine Einspeisevergütung, der aktuelle Füllstand und die Größe deines Speichers sowie die Verluste, die beim Laden und Entladen entstehen.

  • 3. Entscheidung: Aus vier möglichen Strategien wählt die Steuerung jeweils die wirtschaftlichste:

  • Entladen pausieren. Ist Netzstrom gerade günstig, bleibt der Speicher unangetastet. Die gespeicherte Energie ist später mehr wert, wenn der Strom teurer ist.

  • Aus dem Netz laden, weil es später teurer wird. Erwartet die Steuerung in den nächsten Stunden Netzbezug zu hohen Preisen, lädt sie den Speicher jetzt mit günstigem Netzstrom. Verluste und Verschleiß werden eingerechnet – geladen wird nur, wenn es sich unterm Strich lohnt.

  • Aus dem Netz laden, weil Strom fast nichts kostet. In seltenen Fällen – vor allem bei stark negativen Börsenpreisen – ist Netzstrom inklusive aller Abgaben sogar günstiger als das, was du fürs Einspeisen bekommst. Dann lädt der Speicher aus dem Netz, während dein Solarstrom eingespeist wird.

  • Eigenverbrauch wie gewohnt. Bringt keine der drei Strategien einen Vorteil, arbeitet der Speicher wie immer: Er nimmt überschüssigen Solarstrom auf und gibt ihn ab, wenn der Haushalt ihn braucht.

Wichtig: Strom, der aus dem Netz in den Speicher geladen wird, bleibt im Haus und wird nicht wieder eingespeist.Häufige Fragen zum LadenWann wird mein Speicher aus dem Netz geladen?

Immer dann, wenn der aktuelle Strompreis – inklusive Ladeverlusten und Verschleiß – niedriger ist als der durchschnittliche Preis der nächsten Stunden, in denen du voraussichtlich Strom aus dem Netz brauchst.

Wie wird der Preisunterschied berechnet?

Beim Laden und Entladen geht ein Teil der Energie verloren. Wir rechnen hier vorsichtig mit rund 20 % und schlagen zusätzlich etwa 8 % für die Abnutzung deines Speichers drauf. Der Netzstrom muss also rund 25–30 % günstiger sein als der spätere Preis, damit sich das Laden lohnt.

Ein Beispiel:

  • Aktueller Preis: 10 ct/kWh

  • Mit Verlusten und Verschleiß: ca. 12,8 ct/kWh

  • Durchschnittspreis der nächsten Stunden: 15 ct/kWh

→ Der Speicher lädt, weil 12,8 ct weniger sind als 15 ct.

Warum ist das sinnvoll?

Auch mit Verlusten ist es günstiger, jetzt zu laden, als später den teuren Strom direkt aus dem Netz zu beziehen.

Häufige Fragen zum PausierenWarum lädt oder entlädt mein Speicher manchmal gar nicht?

Weil die Steuerung die gespeicherte Energie für teurere Stunden aufhebt. Das passiert, wenn drei Dinge zusammenkommen:

  • In den nächsten 16 Stunden wirst du voraussichtlich Strom aus dem Netz brauchen.

  • Der Speicher ist nicht groß genug, um diesen Bedarf komplett zu decken.

  • Die aktuelle Stunde gehört zu den günstigsten, aus denen du diesen Strom ohnehin beziehen würdest.

In diesem Fall ist es billiger, den Strom jetzt direkt aus dem Netz zu nehmen und den Speicher für die teuren Stunden zu schonen. Das ist kein Fehler, sondern genau das, was die Funktion tun soll.

Preis-Optimiertes Laden kümmert sich um den Netzbezug. Wie dein Speicher den eigenen Solarstrom über den Tag verteilt, steht in Smarte Speicher-Optimierung – beide Funktionen arbeiten zusammen.